Ein Interview mit der Dorfleitung

10.07.2018 06:20

Blickt man heute auf die letzten 15 Monate zurück, hat sich im Kinderdorf einiges verändert. Das mag unter anderem daran liegen, dass Karren nun seit über einem Jahr die Leitungsposition im MARIPHIL Kinderdorf inne hat. Im Interview mit der Freiwilligen Verena erzählt sie von Herausforderungen, aber auch, warum Aufgeben für sie nicht in Frage kommt.

Verena: Karren, du hast vor gut einem Jahr den Posten als Kinderdorfleiterin übernommen. Gefällt dir deine Arbeit immer noch?
Karren: Ja natürlich, gar keine Frage! Auch wenn es anfangs schwer für mich war, mich in den Bereich der Sozialen Arbeit einzuarbeiten, denn ich kannte mich zuvor nicht wirklich aus. Durch die Hilfe meiner Mitarbeiter, vor allem durch den Psychologen, bin ich nun geschult und kann schwierige Situationen meist lösen.

Verena: Was stellt für dich die größte Herausforderung bei deiner Arbeit dar?
Karren: Ich habe zu wenig Zeit für all die Dinge, die ich erledigen möchte. Mir kommt es vor, als ob ich am Montag blinzeln würde und ehe ich mich versehe, ist es schon wieder Freitag. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich meine Arbeit von Herzen gerne mache, aber die Zeit verfliegt viel zu schnell.

Verena: Und was ist das Schönste daran?
Karren: Es gibt so viele Dinge, die mich im Kinderdorf glücklich machen. Aber ich denke, das Schönste ist für mich zu sehen, dass die Kinder unsere Arbeit wertschätzen. Die Tatsache, dass sie wissen, dass wir sie unterstützen und gemeinsam daran arbeiten, sie zur Unabhängigkeit und Selbstständigkeit zu erziehen. Manchmal habe ich das Gefühl, wie Ihre Mutter zu sein, und das macht mich glücklich.

Verena: Was ist dein Ziel für die Zukunft?
Karren: Ich möchte den Kindern beibringen, noch selbstständiger zu sein, so dass sie später wirklich auf eigenen Beinen stehen und in eine sichere Zukunft blicken können. Ich will sichergehen, dass wir sie auf das „echte Leben“ vorbereiten und diejenigen, die das Kinderdorf schließlich verlassen, zielstrebig ihren Weg gehen und den Mut nicht verlieren. Denn auch wenn man wenig hat, es gibt immer einen Weg nach oben.

Verena: Und nun noch eine letzte Frage: Kannst du mir deinen schönsten Moment hier im Kinderdorf beschreiben?
Karren (mit Tränen in den Augen): Bis vor kurzem wäre mir die Antwort auf diese Frage noch schwer gefallen. Versteh mich nicht falsch, es gibt sehr viele schöne Momente hier im Kinderdorf. Aber vor zwei Wochen hatte ich ein Erlebnis, das mir besonders naheging:
Es war ein Sonntag und ich habe mich nicht gut gefühlt. Da wir aber Besucher im Kinderdorf hatten, die den Kindern Geschenke mitgebracht hatten, blieb ich im Dorf. Eigentlich habe ich nur auf das Ende der Veranstaltung gewartet, um mich danach zurückziehen zu können, als ein Junge aus dem White House mich am Arm nahm und sagte: „Eines Tages, Mama Karren, werden wir hier vorfahren und dem Kinderdorf Geschenke bringen. Und genau hier, auf dem Fußballfeld, werden wir stehen, und dem Kinderdorf etwas zurückgeben.“
Das hat mich aus der Bahn geworfen. Noch nie zuvor hat sich ein Kind mir gegenüber so nachdrücklich geäußert. In dem Moment wurde mir klar, dass die Kinder unsere Arbeit zu schätzen wissen und sie verstehen, dass wir hier im MARIPHIL Kinderdorf alles dafür tun, um ihnen eine gute Zukunft zu ermöglichen. Dass ihnen bewusst ist, dass ihnen alle Türen offen stehen, wenn sie bereit sind, die Chance zu ergreifen.
Deshalb wird mir dieser Satz wohl für immer in Erinnerung bleiben.

 

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