Unsere Zielgruppe sind Kinder, die keine Eltern mehr haben oder deren Eltern das Kindeswohl nicht sicherstellen können. Das Kinderdorf kümmert sich somit um verwaiste und zurückgelassene Kinder sowie Kinder, die in ihrer Ursprungsfamilie Opfer von Vernachlässigung, Misshandlung und sexuellem Missbrauch wurden. Viele flüchten vor der familiären Gewalt auf die Straße und versuchen dort zu überleben. Mit Betteln, Stehlen, Prostitution und minimal bezahlten Arbeiten versuchen sie sich über Wasser zu halten. Viele konsumieren Billigdrogen wie Benzin und Klebstoff, um das Leben erträglicher zu machen. Schutzlos sind sie Gewaltübergriffen ausgesetzt. Straßenkinder wurden von ihren Familien und der Gesellschaft im Stich gelassen, erfahren keinerlei Fürsorge, Schutz und Zuwendung.

Die Rechte dieser Kinder werden auf unterschiedlichste Weise und in gravierendster Form tagtäglich verletzt! Diese Kinder sind auf unsere Hilfe angewiesen!

Unser Konzept basiert auf der Überzeugung, dass jedes Kind ein Recht auf eine liebevolle Familie und ein förderndes Umfeld hat. Im MARIPHIL Kinderdorf ermöglichen wir Kindern in Not ein neues, sicheres Zuhause in einem familien-ähnlichen Setting. Somit liegt unser Hauptfokus auf den Familienstrukturen in den Wohnhäusern. Wir gehen davon aus, dass die Familie die natürlichste Form des Aufwachsens darstellt und in diesem Zusammenhang eine wesentliche Bedeutung in der Sozialisation der Kinder und Jugendlichen spielt.

Die derzeit über 50 Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 bis 19 Jahren wohnen in 8 unabhängig voneinander organisierten Familieneinheiten. In jedem Wohnhaus kümmert sich eine philippinische Haus-Mama um maximal 10 Kinder, welche in einer Art Geschwistergemeinschaft zusammenleben. Unterstützt wird sie in ihrer herausfordernden Aufgabe von einem multi-professionellen Team, bestehend aus Sozialarbeitern, einem Psychologen und einer Krankenschwester. Anhand sogenannter Hilfepläne erarbeiten sie gemeinsam mit dem Kind oder Jugendlichen individuell notwendige Unterstützungsmaßnahmen.

Ein Kind, welches die ersten Jahre seines Lebens ohne elterliche Fürsorge aufgewachsen ist und den Alltag der Straße kennengelernt hat, ist sehr geprägt durch diese Ereignisse. Die traumatischen Erfahrungen hinterlassen tiefe Spuren und die Kinder benötigen viel Zeit und Zuwendung, um emotionale Wunden verarbeiten zu können. Regelmäßige Mahlzeiten, ein sicherer Schlafplatz, Aufmerksamkeit und Sorge, ein friedliches Miteinander, die Möglichkeit täglich zur Schule gehen zu können und vor allem die Erfahrung, wichtiger Teil einer familiären Gemeinschaft zu sein, ist für viele Kinder neu. Wir möchten, dass die Kinder lernen zu vertrauen, dass sie an sich glauben und positiv auf eine perspektivenreiche Zukunft schauen. Durch die Vermittlung von Geborgen- und Zugehörigkeit sowie durch die Bereitstellung aller Grundbedürfnisse, Gesundheitsfürsorge, psychosozialer Unterstützung, schulischer und außerschulischer Bildung sowie persönlichkeitsfördernder Angebote sollen sie eine Chance auf eine bessere Zukunft bekommen.

Niemand kümmert sich um Maria

Die Geschichte der kleinen Maria ist sehr tragisch. Sie war gerade mal knapp drei Jahre alt, als wir sie in einem Slumgebiet in Panabo City, nackt und völlig verdreckt im Matsch sitzend, gefunden haben. Sie war so ausgehungert, dass sie Erde gegessen hat. Die Mutter des Kindes war minderjährig, der Herausforderung nicht gewachsen. Sie hat Maria beim Vater zurückgelassen und zog weit weg in eine andere Stadt. Der Vater völlig überfordert mit der Situation, kam dann auch noch wegen Diebstahl ins Gefängnis. Maria blieb bei einer Nachbarsfamilie, die jedoch  selbst kaum überleben konnte und ihre eigenen 10 Kinder versorgen musste. Im täglichen Kampf um das wenige Essen blieb für Maria nichts übrig. Das Mädchen war eine zusätzliche Last, unerwünscht und Misshandlungen durch die anderen Kinder der Familie und deren Eltern ausgesetzt. Niemand kümmerte sich um sie. Ihr Geschichte und ihr Zustand war schockierend für alle im Kinderdorf Team. Sie war krank, hatte Ekzeme am ganzen Körper, war völlig unterernährt und unterentwickelt. Durch ein Hungerödem war ihr Bauch unglaublich aufgebläht und sie litt unter Parasiten und Wurmbefall. Sie fiel über den Reis her, wie ein wildes Tier und die ersten Tage war es sehr schwierig sie davon abzuhalten, ununterbrochen zu essen. Maria lebt nun bereits vier Jahre im Kinderdorf und hat sich trotz ihrer schweren ersten zwei Lebensjahre prächtig entwickelt. Sie geht derzeit in die Vorschule, wird aber dieses Jahr in die Grundschule eingeschult. Sie ist ein fröhliches und intelligentes Mädchen. Das Kinderdorf wurde ihr neues Zuhause. 

 

Zwei kleine Jungs suchen Hilfe bei der Polizei

Was muss einem Kind passiert sein, dass es mit sieben Jahren die Polizei um Hilfe bittet? An einem Montagnachmittag standen zwei hagere Kinder verloren in der überdachten Halle des Kinderdorfs. Barfuß, in Kleidungsfetzen, die kleinen Arme mit Schrammen und Narben übersät. Um sie herum einige Polizisten aus Panabo und etwas abseits der Vater der beiden. Als Dave der größere Bruder der beiden, das Polizeiauto sah, das rein zufällig in San Vincente (Panabo) Streife fuhr, rannte er sofort dorthin und rief nach Hilfe. Der Junge war in Tränen aufgelöst und hatte eine geschwollene Backe. Sein betrunkener Vater hatte ihn kurz zuvor mit einem Wassercontainer geschlagen. Gewalt war für die Brüder zu Hause traurige Regel. Sobald der Vater nachmittags von der Arbeit heimkam, fing er an zu trinken. Und mit dem Alkohol kam die Aggression. Die Mutter der beiden floh schon als die Kinder noch Babys waren vor der Gewalt des Vaters. Im Alter von gerade einmal 7 Jahren musste Dave Verantwortung übernehmen und auf seinen kleinen Bruder Marc-Jay aufpassen. Da sich niemand um die Geschwister kümmern wollte, waren sie vollkommen auf sich alleine gestellt. Beim ersten Arztbesuch bestätigte sich der Verdacht, dass beide nicht nur an extremer Unter- sondern auch Fehlernährung leiden. Die Kinder brachten gerade einmal zwei Drittel, ihres eigentlich für ihre Größe und Alter vorgesehenen Gewichtes, auf die Waage. Der Körper des jüngeren Bruders ist auch proportional viel zu winzig für den Kopf. Dementsprechend gierig war ihr Essverhalten am Anfang - permanent griffen sie reflexartig nach Gegenständen, die mit Essen zu tun hatten. Beispielsweise war es zu Beginn nicht möglich den kleinen Marc-Jay alleine im Haus umherlaufen zu lassen, da er den großen Metalltopf mit Reis vom Tisch hinuntergezogen hätte. Da den beiden ein Sättigungsgefühl in ihrem bisherigen Leben nicht bekannt war, aßen die Brüder riesige Mengen. Nur aus dem Fenster heraus beobachtete Dave zu Anfang die anderen Kinder, noch viel zu schüchtern ein Wort zu reden. Abgeschottet, in seinem Zimmer, spielte er alleine und versteckt. Doch es dauerte nicht lange bis er sich langsam integrierte und sich mit den anderen Kindern anfreundete. Immer öfter sieht man ihn nun lachend mit seinen Kameraden herumtobend oder auf den Armen der Volunteers. Besonders schön ist zu beobachten, wie die älteren Kinder des Hauses, in dem die beiden nun wohnen, mit ihnen umgehen. Schon voll in der Rolle der „Kuyas" (großen Brüder), verbringen sie viel Zeit mit ihnen und übernehmen Verantwortung für ihre neuen Geschwister. 

Kontakt

MARIPHIL Children's Village
Prk. Takway, Brgy. Nanyo
Panabo City
Davao del Norte 8105
Philippines

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(+63) 910 043 1016
Telefon
(+49) 152 06653855

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