Das Kinderdorf kann mittlerweile auf 5 Jahre der aktiven Hilfe für Straßenkinder zurückblicken. Die Planungen und Vorbereitungen begannen jedoch viel früher. Wir haben die wichtigsten Meilensteine und Erfolge zusammengefasst.

Unsere Meilensteine:

Februar 2011: Zusage des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit zur Anteilsfinanzierung der Investitionskosten 

Februar 2011: Vertragsabschluss mit der Stadt Panabo City 

Juli 2011: SEC Registrierung als anerkannte Non-Profit Organization

Juli 2011: Baubeginn 

Januar 2012: Aufnahme erster Kinder 

April 2012: Feierliche Einweihung des Kinderdorfs 

Juni 2012: Start des Bio-Gartens und der Bio-Viehzucht 

Januar 2014: Akkreditierung der Einrichtung durch den DSWD (Department of Social Welfare and Development) 

Oktober 2013: Anschluss der 41 kW netzgekoppelten Solaranlage unter dem sogenannten Net-Metering Arrangement 

August 2013: Erster Freiwilligeneinsatz im Kinderdorf im Rahmen einer weltwärts-Entsendung 

Dezember 2013: MARIPHIL Children's Village Santa Claus Fun Run

Juli 2014: Fertigstellung aller 8 Wohnhäuser (schrittweise Umsetzung über 4 Jahre mit jeweils 2 Häusern pro Jahr) 

Februar 2015:  Share the Love-Charity Concert 

Juli 2015: Fertigstellung des Taifun-Schutzgebäudes

November 2016: MARIPHIL Children's Village Friends‘ Gathering 

Unsere Erfolge:

Seit 2012 konnte das Kinderdorf 139 Kindern im Rahmen stationärer Unterbringung helfen.

In „Community-based Programs“ wurden mehr als 1000 hilfebedürftige Kinder erreicht.

Derzeit leben über 50 Kinder im Kinderdorf, alle gehen zur Schule oder in ähnliche Bildungseinrichtungen.

2013 wurde uns der überregionale „Panata Ko Sa Bayan“ Award als „Model Non-Government Organization 2013“  vom DSWD übergeben.

Unser größter Erfolg wiederholt sich jedoch jeden Tag von neuem – dass unsere Kinder im Kinderdorf nach schlimmen zurückliegenden Jahren, ein unbeschwertes Leben führen können, spielen, lachen und lebendig sind. 

 

Zwei Geschichten aus dem Kinderdorf erzählen davon:

Vom Straßenkind zum Schülersprecher

Mit 12 Jahren kam Jun Jun zum ersten Mal ins Kinderdorf. Die Anfangszeit war alles andere als einfach und er benötigte viel Zeit wieder Vertrauen fassen und sich an Strukturen und Verbindlichkeiten gewöhnen zu können. Das überrascht nicht, wenn man sich vor Augen führt, was der Junge in seinen wenigen Lebensjahren bereits durchmachen musste. Er ist eines von zwei Kindern und wuchs in einer zerrütteten Familie auf. Das Verhältnis der Eltern war sehr schlecht und oft aggressiv. Jun Jun, in seiner starken, herausfordernden Persönlichkeit war das „Schwarze Schaf“ für den Vater und seinen permanenten Gewaltausbrüchen hilflos ausgeliefert. Jun Jun erzählte uns im Nachhinein, dass sein Vater einmal zu ihm sagte: „In einem Korb voll Kokosnüsse, ist immer eine verrottete dabei und das bist du!“ Einmal hat der Vater, den damals 8 Jahre alten Jungen mit einer Eisenstange fast Tod geschlagen. Jun Jun hielt die Misshandlungen nicht mehr aus und floh. Der einzige Ausweg für ihn war die Straße. Er lebte mehrere Jahre in einer Art Vergnügungszentrum und versuchte alles, um dort zu überleben. Durch betteln und mehrere „Jobs“ konnte er sich irgendwie über Wasser halten. Als sogenannter „Pinboy“ war es seine Aufgabe, die gefallenen Kegel nach jedem Schuss wieder aufzustellen und er half den Autofahrern beim Ein- und Ausparken. Der „Verdienst“ war so minimal, dass es oft nicht mal für eine Mahlzeit pro Tag reichte. Er verrät uns, dass er teilweise auch gestohlen und oft die Essensreste von anderen in Restaurants gegessen hat, um seinen Hunger zu stillen.

Er lebte zusammen mit anderen Jungs in einer Art Gruppenverband und die Konsumierung von Billigdrogen, wie Klebstoff und Benzin gehörte zum Alltag. Sie schliefen nachts auf der Bowlingbahn und waren gewalttätigen Übergriffen schutzlos ausgeliefert. Es zog ihn auch in verschiedene andere Städte, einmal ging er mit nach Mati City, da eine Familie ihm versprochen hatte, ihn aufzunehmen, es sich aber herausstellte, dass diese ihn als Hilfskraft missbrauchen wollte und dann lebte er mehrere Monate in Davao City, da er sich dort bessere Chancen beim Betteln erhoffte. Er endete wieder in Panabo City. 2012 haben wir Jun Jun bei einer unserer Feeding Programs für Straßenkinder kennengelernt und seitdem lebt er im Kinderdorf. Er hat sich gut entwickelt und ist sehr zuverlässig. Da er die Schule in seiner Kindheit kaum besucht hat, muss er einiges aufholen. Auch in der Schule gilt er als sehr motiviert und hat die Wahl zum Schülersprecher seiner Schule gewonnen.

 

„Ich bin stark!“

Linda ist ein unglaublich starkes Mädchen. Sie selbst sagte einmal: „Actually I am not weak, I am strong!“ Lindas Vater ist vor einigen Jahren gestorben. Ihre Mutter war psychisch krank und lebte mit einem neuen Partner zusammen. Linda weigerte sich mit diesem Mann in einem Haus zu schlafen, warum sagte sie uns nicht, aber mit Sicherheit hatte sie ihre Gründe. Da ihre Mutter nicht in der Lage war, sich für Linda einzusetzen, lebte das damals 12 Jahre alte Mädchen alleine. In einem Slumgebiet baute sie sich ein eigenes Hüttchen aus Säcken und Karton. In diesem Gebiet leben viele sehr arme Familien, meist mit einer großen Anzahl von Kindern, in katastrophalen Zuständen, ohne jegliche sanitäre Anlagen oder Zugang zu sauberem Wasser. Linda freundete sich mit ein paar Frauen an, dennoch war sie völlig auf sich alleine gestellt. Sie verdiente sich ein bisschen Geld, indem sie in der Stadt Karton und anderen Müll sammelte und diesen verkaufte. Es ist unglaublich wie sie es meisterte, aber manchmal ging sie sogar einen Tag pro Woche in die Schule.

Anfangs war Linda sehr verschüchtert und misstrauisch. Die ersten Monate im Kinderdorf zeigte sie psychische Auffälligkeiten bis hin zu Suizidgedanken. Es dauerte eine gewisse Zeit, bis sie Vertrauen fassen und sich einleben konnte. Dann übernahm sie jedoch sehr schnell die Rolle der „großen Schwester“  im Haus. Sehr motiviert, zuverlässig und selbstständig half sie der Hausmama bei verschiedenen  Tätigkeiten und leitete die jüngeren Kinder an. Auch in der Schule ist sie sehr ehrgeizig und zeigt gute Leistungen. Sie hat nun als erste Jugendliche des Kinderdorfs die High School abgeschlossen und wir sind alle sehr stolz auf sie.   

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